Auf dieser Seite können Sie sich unsere für Sie auf der Seite "Rund ums Tier" durch neue Informationen  ersetzte und nun archivierte Inhalte auch weiterhin anschauen.

 

 

Liebe Patientenbesitzer,

nachfolgend geben wir Ihnen die aktuelle Information der Bundestierärztekammer zur Leishmaniose zur Kenntnis. Für Fragen hierzu stehen wir Ihnen in unseren Sprechstunden persönlich gern zur Verfügung.

 

PRESSEMITTEILUNG Nr. 15/2017 vom 8. September 2017

 

Leishmaniose beim Hund

Bundestierärztekammer warnt vor einer tückischen Import-Parasitose

 

 (BTK/Berlin) Nun sind die Ferien zu Ende und die reiselustigen Deutschen trudeln mit Kind und Kegel wieder in der Heimat ein. Schöne Erinnerungen bringt man mit und das eine oder andere Reisesouvenir hat man im Gepäck – leider oft eines der unangenehmen Art: Parasiten, die der mitreisende Hund sich am Urlaubsort „eingefangen“ hat. So beispielsweise Leishmanien, winzige Einzeller, die von Sandmücken der Gattung Phlebotomus mit dem Stich übertragen werden.

 

„Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine der wichtigsten aus dem Ausland importierten Parasitosen. Für den Hund ist es eine schwere Erkrankung, die häufig tödlich verläuft. Das tückische ist, dass zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit vier Wochen bis mehrere Jahre liegen können und man daher häufig keinen direkten Zusammenhang herstellen kann“, erklärt Dr. Thomas Steidl vom Ausschuss für Kleintiere der Bundestierärztekammer.

Die Leishmaniose ist an das Verbreitungsgebiet der Sandmücken gebunden, das im südlichen Europa liegt. Daher ist neben der Gefahr für mitreisende Hunde nach Süditalien, Griechenland oder Spanien die Infektionsrate bei Tierschutz-Hunden, die aus dem Süden nach Deutschland eingeführt werden, besonders hoch. Es gibt zwar inzwischen eine Impfung, doch werden damit nur Symptome reduziert, die Infektion selber lässt sich nicht verhindern. Wenn also nach einer Reise ins südliche Europa der Hund mit eher unspezifischen Symptomen wie Gewichtsverlust, Apathie, Schwäche und auffällig geschwollenen Lymphknoten dem Tierarzt vorgestellt wird, sollte immer auch an eine Leishmaniose gedacht werden. 

„Wir unterscheiden dabei zwischen der Hautleishmaniose und einer Form, bei der die inneren Bauchorgane befallen werden. Die Symptome sind sehr unterschiedlich und gehen oft mit Leber- und Milzvergrößerung, Haarausfall oder Hautgeschwüren einher. Auch chronische Ekzeme und Haarausfall auf dem Nasenrücken, an den Ohrenspitzen und Brillenbildung um die Augen können auftreten. Die Tiere magern oft bis aufs Skelett ab, insgesamt kann sich der Krankheitsverlauf über Monate hinziehen, unbehandelt sterben die meisten Hunde innerhalb eines Jahres“, weiß Steidl.

Wird die Krankheit rechtzeitig diagnostiziert (der Erregernachweis bzw. die Identifikation der Leishmanien-Spezies im Blut ist sehr kompliziert und nur mit speziellen Diagnostik-Methoden möglich), muss ein besonderer Behandlungsplan durch den Tierarzt erstellt werden. Eine Heilung der Leishmaniose ist allerdings nicht möglich, und es ist eine regelmäßige Überwachung und dauerhafte therapeutische Versorgung durch den Tierarzt nötig.

 

Der beste Schutz vor dieser tückischen Krankheit bleibt also die Vorbeugung: Das geht am besten mit wirksamen Repellentien, die verhindern, dass die Mücke überhaupt sticht. Geeignet sind gängige Spot-on-Präparate, die vor Reiseantritt auf die Haut des Tieres aufgetragen werden. Ganz sicher geht, wer seinen Hund jetzt zuhause lässt, denn das größte Risiko besteht im September zur Hauptflugzeit der Sandmücken.

Wichtig zu wissen: Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine Zoonose, eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheit. Das Risiko einer Übertragung ist allerdings sehr gering, gefährlicher ist da schon die direkte Erreger-Übertragung durch den Mückenstich (auch hier mit wirksamem Mückenschütz vorbeugen!). Kleinkinder unter drei Jahren sollten jedoch keinen Kontakt mit Leishmaniose-positiven Hunden haben.

 

 

Informationen Ihrer Tierarztpraxis Dr. Frank Moxter zu Flohbefall

 

Zuallererst möchten wir Sie beruhigen: Flohbefall ist zwar unangenehm aber keine Katastrophe und bei gründlichem Vorgehen auch gut in Griff zu bekommen.

 

Zu erkennen ist ein Flohbefall an kleinen bräunlich-schwarzen Krümeln (Flohkot) im Fell oder der Schlafdecke ihres Tieres. Auf ein weißes Tuch gelegt und mit etwas Wasser befeuchtet, verfärbt sich Flohkot rötlich-bräunlich. Dies liegt daran, dass die blutsaugenden Flöhe das aufgenommene Blut nicht vollständig verdauen. Flohkot ist auf diese Weise leicht von normalen Schmutzkrümeln zu unterscheiden.

 

Für die Bekämpfung eines Flohbefalls ist es wichtig zu wissen, dass sich nur ca. 5 % der gesamten vorhandenen Flohpopulation am Tier aufhält. Flöhe legen ihre Eier nicht am Tier sondern in dessen Umgebung ab und dort bevorzugt in Decken, Kissen, Teppichböden, Ritzen und ähnlichen Verstecken. Somit befinden sich 95 % der Flohpoulation, vorrangig in Form der verschiedenen Flohentwicklungsstadien, in der Umgebung Ihres Tieres!

 

Für die Bekämpfung des Flohbefalls ist es daher am wichtigsten, nicht nur das Tier, sondern auch die Umgebung des Tieres zu behandeln. Waschbare Textilien, mit denen das Tier in Kontakt kommt, sollten, sofern möglich, bei mind. 60°C gewaschen werden. Bei dieser Temperatur werden sämtliche Flohstadien (Eier, Puppen, Larven und ausgewachsene Flöhe) zuverlässig abgetötet. Nicht waschbare Textilien und Teppichböden müssen gründlich gesaugt, waschbare Böden möglichst gesaugt und gründlich gewischt werden.

 

Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel gleich, da Flöhe diesen leicht wieder verlassen können.

 

In hartnäckigen Fällen können Sie die Umgebung des Tieres mit einem Umgebungsspray behandeln, welches die Flöhe und deren Entwicklungsstadien sicher unschädlich macht.

 

Die am Tier befindlichen Flöhe müssen mit einem sorgfältig auf das Tier abgestimmten Präparat abgetötet werden. Alleiniges Auskämmen und Baden des Tieres sind völlig unzureichend und können einen Flohbefall nicht beseitigen.

 

Vorsicht bei der Auswahl der zu verwendenden Präparate!

 

Mit großer Sorge beobachten wir, dass viele Tierbesitzer ohne Rücksprache mit ihrem Tierarzt ihre Tiere und die Umgebung mit freiverkäuflichen und / oder für den jeweiligen Fall (Art, Alter und Gesundheitszustand des Tieres) ungeeigneten Insektiziden behandeln und bei fehlender Wirksamkeit kurz darauf mit dem gleichen oder einem anderen Präparat nachbehandeln.

 

Hierdurch kann es zu schweren Organschäden bis hin zu tödlich endenden Vergiftungsfällen kommen!

 

Katzen dürfen z.B. nie mit einem nur für Hunde zugelassenen Präparat behandelt werden, da diese Mittel oft das für Katzen hochtoxische Permethrin enthalten.

Katzen vertragen bis auf wenige Ausnahmen auch keine ätherischen Öle!

Jungtiere, trächtige, säugende, erkrankte und ältere Tiere bedürfen einer besonders sorgfältigen Auswahl des zu verwendenden Präparates, um Organbelastungen und -schäden vorzubeugen.

 

In unserer Praxis haben wir verschiedene synthetische Insektizide als auch pflanzliche Präparate zur Verfügung, um für den jeweiligen Behandlungsfall die richtige Auswahl treffen zu können.

 

Für Ihre Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Ihr Praxisteam der Tierarztpraxis Dr. Moxter